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HubSpot für KMU: was kostet es wirklich?

HubSpot klingt teuer, aber stimmt das? Wir schlüsseln Hubs, Preis-Tiers und versteckte Kosten auf und zeigen, wann sich HubSpot für KMU lohnt.

„Ein CRM wäre schön, aber HubSpot, ist das nicht eher was für Konzerne?” Das höre ich regelmäßig. Die Antwort ist: es kommt drauf an. HubSpot kann tatsächlich erschwinglich starten und trotzdem schnell teuer werden. Bevor Sie entscheiden, lohnt es sich, die Preisstruktur einmal sauber zu verstehen, damit Sie nicht in eine Kostenfalle tappen.

Was HubSpot überhaupt ist

HubSpot ist modular aufgebaut. Fünf sogenannte Hubs lassen sich einzeln oder kombiniert buchen:

  • Marketing Hub: E-Mail-Marketing, Landing Pages, Formulare, Kampagnen-Tracking
  • Sales Hub: Pipeline-Management, Deal-Tracking, E-Mail-Sequenzen, Angebote
  • Service Hub: Ticketing, Wissensdatenbank, Kundenfeedback
  • CMS Hub (heute: Content Hub): Website-Baukasten direkt in HubSpot
  • Operations Hub: Datensynchronisation, benutzerdefinierte Automatisierungen, Data Quality

Das kostenlose CRM mit Kontaktdatenbank und grundlegendem Deal-Tracking ist bei allen dabei, ohne Ablaufdatum. Viele KMU starten genau dort.

Die Preis-Tiers im Überblick (Stand 2026)

Jeder Hub hat vier Stufen: Free, Starter, Professional, Enterprise.

TierCharakterTypische Kosten
FreeGrundfunktionen, HubSpot-Branding0 €
StarterE-Mail-Limits weg, erste Automatisierungenab ca. 15–20 €/Monat
ProfessionalVollständige Automatisierung, Reportingab ca. 800–900 €/Monat
EnterpriseCustom Objects, Governance, erweiterte KIab ca. 3.000 €/Monat

Der Sprung von Starter auf Professional ist der, der die meisten überrascht. Er ist nicht linear, sondern um den Faktor 40 bis 50. Marketing Starter beginnt bei rund 20 €/Monat für 1.000 Marketing-Kontakte. Marketing Professional kostet Stand 2026 etwa 800 €/Monat aufwärts, je nach Kontaktzahl.

Die versteckten Kosten

Die Listenpreise sind erst der Anfang. Was viele übersehen:

Pflicht-Onboarding bei Professional und Enterprise. HubSpot schreibt vor, dass Sie beim Einstieg in Professional-Pakete ein kostenpflichtiges Onboarding buchen müssen, entweder direkt über HubSpot (ca. 3.000 € einmalig für Marketing Pro) oder über einen zertifizierten Partner wie uns. Das ist keine optionale Beratung, sondern eine Voraussetzung.

Pro Seat. Sales Hub und Service Hub rechnen nach Benutzerlizenzen. Jeder Vertriebsmitarbeiter, der die Sales-Funktionen nutzen soll, braucht einen eigenen Seat. Bei Starter liegen das im niedrigen zweistelligen Bereich pro Seat, bei Professional deutlich mehr.

Marketing-Kontakte-Staffelung. Marketing Hub rechnet nach der Anzahl der Kontakte, die Sie aktiv vermarkten, also E-Mails erhalten, in Workflows laufen usw. Nicht nach Ihrer gesamten Kontaktliste. Wächst Ihre aktive Liste, steigt der Preis automatisch. Die Staffelung ist in 1.000er-Schritten organisiert.

API-Limits und Integrationen. Komplexere Integrationen mit Drittsystemen (ERP, Shop-System, eigene Datenbank) brauchen entweder den Operations Hub oder externe Middleware wie Make oder Zapier. Beides kostet zusätzlich.

Realistische Kostenrechnung für ein 10-Personen-KMU

Angenommen: 8 Mitarbeitende im Vertrieb/Marketing, 2.000 Marketing-Kontakte, keine besonderen Anforderungen an Automatisierung.

Szenario A: Starter-Kombination

  • Marketing Starter (2.000 Kontakte): ca. 40 €/Monat
  • Sales Starter (5 Seats): ca. 40–50 €/Monat
  • Gesamt laufend: ca. 80–90 €/Monat
  • Einmalig Setup (eigene Zeit oder externer Dienstleister): 1.000–2.000 €

Das ist machbar. Einschränkung: Automatisierungen sind stark begrenzt, Reporting ist rudimentär.

Szenario B: Marketing Professional + Sales Starter

  • Marketing Professional (2.000 Kontakte): ca. 800 €/Monat
  • Sales Starter (5 Seats): ca. 40–50 €/Monat
  • Pflicht-Onboarding (einmalig): ca. 3.000 €
  • Gesamt laufend: ca. 850–870 €/Monat

Hier kommt das volle Potenzial der Automatisierung und des Reportings. Aber das ist für ein 10-Personen-Unternehmen ein spürbarer Kostenpunkt.

Wann HubSpot sich lohnt, und wann nicht

Lohnt sich, wenn:

  • Sie Vertrieb und Marketing in einem System zusammenführen wollen
  • Sie E-Mail-Kampagnen, Lead-Scoring und Automatisierungen brauchen
  • Ihr Team wächst und Sie strukturierte Prozesse aufbauen wollen
  • Sie bereits in anderen Google/Meta-Tools investiert sind und eine zentrale Datenbasis wollen

Lohnt sich nicht, wenn:

  • Sie unter 5 Mitarbeitende haben und hauptsächlich auf Empfehlungen setzen
  • Ihr Vertrieb vollständig telefonisch/persönlich läuft, ohne Follow-up-Prozesse
  • Das Budget für Professional nicht da ist, aber die Free/Starter-Funktionen nicht ausreichen

Alternativen, die man kennen sollte

Für KMU ohne komplexe Anforderungen sind zwei Alternativen seriös:

Pipedrive ist stark im Sales-Pipeline-Management und deutlich günstiger als HubSpot im Professional-Bereich (ca. 25–50 €/Seat/Monat). Marketing-Funktionen sind schwächer.

Zoho CRM bietet einen günstigen Einstieg mit breiter Funktionspalette, aber UI und UX sind holpriger. Gute Wahl, wenn Sie auch andere Zoho-Tools (Zoho Books, Zoho Desk) einsetzen.

Fazit

HubSpot ist kein Luxuswerkzeug, das nur für Großunternehmen Sinn ergibt. Aber es ist auch kein Tool, das man mal eben einkauft ohne Planung. Der Starter-Bereich ist für viele KMU ein sinnvoller Einstieg. Wer skalieren will und Automatisierung braucht, muss mit den Professional-Kosten rechnen, und die sollte man frühzeitig einkalkulieren.

Ich helfe Ihnen, den richtigen Scope zu definieren: welche Hubs Sie wirklich brauchen, was Sie sich sparen können und wie ein realistischer Rollout-Plan aussieht. Mehr dazu finden Sie unter Marketing & Vertrieb.

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